Auswege aus der Mobbing-Falle

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Mobbing ist in deutschen Unternehmen ein ernsthaftes Problem: Studien zufolge ist jeder neunte Erwachsene in Deutschland schon einmal gemobbt worden. „Von Mobbing spricht man, wenn die Schikanen gezielt, systematisch und über einen längeren Zeitraum erfolgen“, erklärt die D.A.S. Rechtsschutzversicherung. „Ein gewisses Maß an Kritik müssen Arbeitnehmer allerdings hinnehmen.“

Der Psychoterror verläuft in der Regel in Phasen. Häufig gehören Ausgrenzung, Erniedrigung und die Verbreitung von Gerüchten dazu. Daher haben Betroffene meist nur eine Chance: schnell reagieren und den Mobber direkt mit der Tragweite seines Handelns konfrontieren. Bleibt dies ergebnislos, bieten Mobbing-Beratungsstellen und
-Selbsthilfegruppen Unterstützung an. Innerhalb des Betriebs sind der Vorgesetzte, die Geschäftsleitung und der Betriebsrat Ansprechpartner. Denn Mobbing am Arbeitsplatz ist verboten: Der Arbeitgeber hat die Pflicht, seine Mitarbeiter zu schützen und Mobbing zu unterbinden. Um einen dauerhaften Friedensschluss zu erzielen, kann das Unternehmen auch ein Gespräch aller Parteien mit einem Mediator anbieten.

Um hierfür sowie gegebenenfalls für ein späteres Gerichtsverfahren gewappnet zu sein, empfiehlt es sich dringend, ein „Mobbing-Tagebuch“ zu führen. Wichtig für Betroffene ist, sich zu wehren: Sie können im begründeten Fall und nach einer vergeblichen Beschwerde sogar die Arbeit verweigern, ohne Ihren Gehaltsanspruch zu verlieren. Als letzter Ausweg sollte auch eine Kündigung in Erwägung gezogen werden – hat das Opfer den Beschwerdeweg eingehalten, verzichtet das Arbeitsamt hier auf die Verhängung einer Sperrzeit. Und nach § 628 Abs. 2 des BGB hat das Opfer unter Umständen sogar Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld.

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Kommentare

4 Antworten auf Auswege aus der Mobbing-Falle

  1. Schäder Harald: 

    Hallo, mein Arbeitgeber will meine berufliche Position herabstufen (von Ing-Stelle auf Meisterniveau). Ist dies ohne Änderungsvertrag eigentlich zulässig?

  2. Seit einiger Zeit “blinkt” bei mir verstärkt die Werbung der DAS auf, wenn ich im Netz nach Mobbingseiten google. Auf der Seite der DAS finde ich dann immer die allgemeinen Hinweise, die überall zu lesen sind. Wie wäre es, wenn die DAS auch aktiv etwas unternehmen würde, um gegen Mobbing vor zu gehen.
    Bei Ihnen laufen die Kostenübernahmeanfragen auf. Ich hatte vor knapp 2 Jahren bereits Anfragen an Kranken- und Rechtschutzversicherungen (nicht DAS) gestellt, um einmal Zahlen zu erhalten. Wenn überhaupt jemand antwortete, waren das Absagen. Oft berief man sich auf den Datenschutz. Ich wüsste nicht, dass statistische Zahlen schützenswert sind.
    Sie könnten Ihren Unterlagen auch die Ausgänge von “Mobbingklagen” entnehmen.
    Daraus könnten Sie auch Rechtsanwälte ersehen, die sich tatsächlich auf dem Gebiet auskennen und nicht nur großspurig werben (alles schon in der Praxis erlebt). So könnte man auch als „Otto Normalverbraucher“ an mehr aktuelle Urteile gelangen.
    Wenn man wirklich etwas gegen Mobbing tun will, müssten viele Organisationen aktiv mitspielen. Auch die Rechtschutzversicherungen.
    Jürgen Lanuschny
    Selbsthilfegruppe – Mobbing bei der Polizei

    • D.A.S. Team: 

      Hallo Herr Lanuschny,

      wir finden es gut, dass Sie mit Ihrer Website helfen über das Thema ‘Mobbing’ aufzuklären und Hilfestellung leisten.

      Leider dürfen auch wir keine Auswertungen zu Kundendaten veröffentlichen. Hier hat der Datenschutz für uns erste Priorität.

      Aktive Hilfe im Falle des Mobbings erhalten unsere Rechtsschutz-Kunden direkt von uns. Wir besprechen das weitere Vorgehen mit unseren Kunden, empfehlen spezialisierte Rechtsanwälte und regen in geeigneten Fällen eine Mediation an.

      Über unser Rechtsportal geben wir auch Tipps, wie sich Betroffene im konkreten Fall verhalten sollten: http://www.das-rechtsportal.de/recht/arbeit-recht/mobbing/default.htm. Demnächst werden wir unseren Kunden im Servicebereich des D.A.S. Rechtsportals eine Sammlung an Urteilen zum Arbeitsrecht anbieten. Hierunter werden auch Entscheidungen zum Thema Mobbing zu finden sein.

      Auch wir hoffen, durch die Inhalte auf unserem Rechtsportal zur Aufklärung beizutragen und Betroffenen eine erste Orientierung zu geben. Wie auch in Ihrem persönlichen Fall werden leider viele Mobbing-Opfer um den Gang zum Rechtsanwalt nicht herumkommen, um ihre Rechte durchzusetzen.

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