Arbeitszeugnis: Formulierungen entschlüsseln

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Ein Arbeitszeugnis dokumentiert den beruflichen Werdegang und die fachliche Entwicklung. Doch ist es auch wirklich ein gutes Zeugnis? Hat der Ex-Chef bestimmte Formulierungen benutzt, die Personaler als negative Bewertung verstehen könnten? Worauf kommt es an? Die D.A.S. Rechtsschutzversicherung fasst das Wichtigste zusammen:

Nach § 109 Abs. 1 Gewerbeordnung gibt es ein einfaches Zeugnis und ein qualifiziertes Zeugnis. Ein einfaches Zeugnis bescheinigt nur die Dauer des Arbeitsverhältnisses und enthält eine kurze Tätigkeitsbeschreibung. Darüber hinaus beurteilt das qualifizierte Zeugnis auch die Leistung und Führung des Arbeitnehmers. Bei leitenden Angestellten oder Arbeitnehmern in gehobenen, verantwortungsvollen Positionen ist das qualifizierte Zeugnis in der Praxis die Regel. Nach der Rechtsprechung hat sich jedes Zeugnis an vier Grundsätzen zu orientieren: an der Wahrheit, dem verständigen Wohlwollen, der Vollständigkeit und der individuellen Beurteilung.

Grundsätzlich ist es Sache des Arbeitgebers, ein Zeugnis zu formulieren. Es kann aber auch sinnvoll sein, einen Arbeitnehmer einen Zeugnisentwurf vorlegen zu lassen. Im Laufe der Zeit haben sich im Arbeitszeugnis eine Reihe von Standard-Formulierungen eingebürgert. Deren wahre Bedeutung steht hier oft zwischen den Zeilen. Daher ist besonders auf positive Adverbien (stets, sehr, in hohem Maße) und Adjektive (groß, hoch, äußerst) zu achten. In der Schlussnote haben sich bei der Gesamtbewertung sprachlich folgende Standardformulierungen herausgebildet, die in Noten übersetzt werden können: Zur Zufriedenheit bedeutet eine Vier, zur vollen Zufriedenheit eine Drei, stets zur vollen Zufriedenheit eine Zwei und stets zur vollsten Zufriedenheit eine Eins.

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Kommentare

2 Antworten auf Arbeitszeugnis: Formulierungen entschlüsseln

  1. Arbeitszeugnis Formulierungen: 

    die frage, die sich mir stellt ist: wie sieht es aus, wenn der geschäftsführer plötzlich wechselt? wie lange habe ich dann anspruch auf ein zwischenzeugnis?

  2. Was ich ja immer wieder am interessantesten an der Sache finde, ganz davon abgesehen, dass negative Bewertungen positiv verpackt werden (zumindest auf den ersten Blick) ist, dass”vollste Zufriedenheit” grammtaikalisch falsch ist.
    Aber da gibt es ja einige Formulierungen die sich in der Öffentlichkeit durchgesetzt haben, die grammatikalisch falsch sind (diesen Jahres etc).

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